Childhood Brasilien startet Kampagne gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern während der Fußball-WM

Die Anwesenheit von zahlreichen Touristen und der vermehrte Bedarf an Hilfsarbeitern vor und während der Fußball-WM erhöhen das Risiko von Kinderarbeit und der sexuellen Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen. Große Menschenmengen, exzessive Feiern und der aufgrund der Fußball-WM vorverlegte Beginn der Schulferien sind einige der Risikofaktoren, die zu einer Gefährdung der Kinder und Jugendlichen beitragen. Childhood Brasilien hat es sich daher zum Ziel gemacht, die Öffentlichkeit für den Schutz der Kinder zu mobilisieren. Durch die Kampagne #BrazilDefendingChildhood sollen Brasilianer und Touristen auf die erhöhte Gefahr der Verletzung der Kinderrechte während des größten Fußball-Events der Welt hingewiesen werden.

„Wir glauben daran, dass die Aufklärung und das Engagement der Öffentlichkeit die besten Waffen sind, um das Problem anzugehen. Wir wollen unseren Teil zu diesem Mega-Event beitragen, um eine positive Veränderung für brasilianische Kinder und Jugendliche herbeizuführen", sagt Ana Maria Drummond, die Geschäftsführerin von Childhood Brasilien.

Zur Unterstützung der Kampagne hat Childhood Brasilien im Februar einen Film aufgenommen, in dem die brasilianischen Fußball-Nationalspieler Neymar Jr. und Daniel Alves Brasilianer und Touristen dazu auffordern, Kinder und Jugendliche vor Ausbeutung und sexuellem Missbrauch zu schützen. „Es ist wichtig, dass solche Gewalttaten gemeldet werden. Kinder und Jugendliche zu schützen ist eine Aufgabe, die uns alle betrifft – nicht nur während der WM, sondern für den Rest unseres Lebens", sagt Neymar Jr. über seine Beteiligung an dem Projekt. Auch Daniel Alves unterstützt die Initiative: „Wir alle wissen, dass es in vielen Familien Fälle von Missbrauch und sexueller Ausbeutung gab und immer noch gibt. Daher ist es wichtig, dass wir zuhause und mit Freunden und Bekannten darüber sprechen. Dem Problem ins Auge zu sehen ist der erste Schritt, um ein solch kompliziertes und ernstes Thema anzugehen."

Partner – Um die Kampagne den zahlreichen Touristen näherzubringen, die sich während der WM in Brasilien aufhalten, kooperiert Childhood mit verschiedenen Unternehmenspartnern vor Ort. Insbesondere die Tourismusbranche ist dabei ein wichtiger strategischer Partner. Der Flughafen São Paulo-Guarulhos, an dem täglich zwischen 250.000 und 300.000 Menschen ankommen, ist für ausländische Touristen der Hauptzugang ins Land. TAM Airlines informiert Fluggäste auf etwa 20.000 Flügen sowie die mehr als 28.000 Mitarbeiter über die Kampagne. Atlantica Hotels, eine der größten Hotelketten des Landes, wird in der Zeit der Kampagne etwa 416.000 Touristen beherbergen und über den Schutz der Kinderrechte informieren. Die CCR-Gruppe ist eines der führenden Infrastrukturunternehmen Lateinamerikas. Mit rund 12.000 Mitarbeitern ist die Gruppe für den Betrieb von mehr als 3000 Kilometern Autobahn in Brasilien zuständig, die täglich von etwa 4 Mio. Menschen genutzt werden. EY (ehemals Ernst & Young) wird die Kampagne bei Mitarbeitern, Kunden und Partnern bekannt machen. Auch das Sekretariat für Menschenrechte der brasilianischen Regierung (Secretariat for Human Rights of the Presidency of the Republic) unterstützt die Initiative.

„Die Partner helfen uns dabei, die Botschaft der Kampagne in ganz Brasilien zu verbreiten. Es ist wichtig, dass alle Brasilianer gefährdete Kinder und Jugendliche unterstützen, indem sie das Video teilen und die Kampagne bekannt machen, sodass sich mehr Menschen des Problems bewusst sind und wissen, was sie für den Schutz unserer Kinder tun können", sagt Anna Flora Werneck, die Koordinatorin des Programms.

Öffentlichkeitsarbeit – Die von Childhood Brasilien zusammen mit der OAK Foundation herausgegebene Studie „Die Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen und die WM: eine Analyse von Risiken und Schutzmaßnahmen" der Brunel University London bestätigt, dass Kinder und Jugendliche in Brasilien durch große Sportveranstaltungen erhöhten Gefahren ausgesetzt sind. Die Studie soll dem Land dabei helfen, die Fehler und Fallstricke der Vergangenheit in Bezug auf die Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen zu vermeiden. Neben der brasilianischen Regierung wurden mehr als 70 gemeinnützige Organisationen und Sportorganisationen (darunter UNICEF, die FIFA und verschiedene andere Fußballverbände) mit Hilfe von Fallstudien an die Problematik herangeführt und beraten.

Fakten und Zahlen – Nach Angaben des Sekretariats für Menschenrechte der brasilianischen Regierung wurden im Jahr 2013 mehr als 120.000 Verletzungen von Kinderrechten bei der für diesen Zweck eingerichteten Hotline gemeldet. Von den zwölf Staaten, in denen die WM ausgetragen wird, führen fünf das Ranking der Hotline an (Daten aus dem Jahr 2013):
1. São Paulo – 17.990
2. Rio de Janeiro – 15.635
3. Bahia – 10.957
4. Minas Gerais – 9.565
5. Rio Grande do Sul – 6.269

Diese Zahlen spiegeln jedoch nur einen Teil der tatsächlichen Situation wider. Viele Fälle von Kindesausbeutung oder -missbrauch werden gar nicht erst gemeldet und können daher von der Hotline nicht erfasst werden.

Wie können auch Sie betroffene Kinder schützen? – Wenn Sie als Tourist nach Brasilien reisen und dort die Verletzung von Kinderrechten beobachten oder Kinder sehen, die von Gewalt oder Ausbeutung bedroht oder betroffen sind, melden Sie diese Vorfälle kostenlos unter der Telefonnummer 100 an die Hotline des Sekretariats für Menschenrechte der brasilianischen Regierung. Weitere Informationen finden Sie unter www.childhood.org.br.

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