Childhood hilft Flüchtlingskindern – warum?

„Wieso kümmert sich Childhood auch noch um Flüchtlinge?"
Eine Frage, die uns vor einiger Zeit erreicht hat. Hier folgt nun die Antwort.

Zuallererst möchten wir festhalten, dass es das Ziel von Childhood in Deutschland ist, Kinder besser vor Missbrauch zu schützen und im Fall von Missbrauchserfahrungen zielgerichteter zu helfen.
Falls Sie dazu Genaueres wissen wollen, finden Sie hier einen Artikel dazu hier.

Nun zu unserer Antwort:
Wir helfen Kindern in Deutschland. Jedem Kind, das durch Missbrauch gefährdet oder davon betroffen ist, möchten wir durch unsere Projekte helfen. Seit dem Jahr 2009 fördern wir auch Projekte speziell für Kinder, die nach Deutschland geflüchtet sind. Der Grund: Viele dieser Kinder mussten in ihrem Heimatland oder auf der Flucht Erfahrungen von sexueller Gewalt oder Missbrauch machen. Sie gehören zu einer häufig von (sexuellem) Kindesmissbrauch betroffenen Gruppe von Kindern. Um auch diesen Kindern eine geeignete Beratung- und Therapiemöglichkeit zu bieten, braucht es spezielle Projekte und besonders ausgebildetes Fachpersonal, z.B. Dolmetscher. Das haben unsere Projekte.
In diesem Jahr arbeiten 50% unserer Projekte mit der Zielgruppe Flüchtlingskinder. Das ist viel. Aber notwendig. Aufgrund der derzeitigen Flüchtlingssituation haben wir unsere Projektkapazitäten in diesem Bereich aufgestockt. Da Childhood bereits über langjährige Erfahrungen in der Arbeit mit Flüchtlingskindern verfügt und es derzeit noch zu wenig Angebote für diese Kinder gibt, war es für uns ein natürlicher Schritt, zusätzliche Möglichkeiten der Beratung und Therapie zu schaffen.

Jedes Kind in Deutschland, das Opfer von Missbrauch wurde, hat einen Anspruch auf Hilfe.

Warum sind Flüchtlingskinder häufiger von Missbrauch betroffen?

Kinder mit Fluchthintergrund kommen fast immer aus Ländern, die von Krieg, Unterdrückung oder Armut gezeichnet sind. Diese Umstände führen häufig zu einer generellen Instabilität des Landes und sind Nährboden für Gewalt und Missbrauch – besonders an den Kleinsten. Die verfolgten Jesiden im Irak, Kindersoldaten aus Zentralafrika oder die Millionen Kinder aus Syrien, die unter dem Bürgerkrieg leiden. Sie alle sind zum höchsten Maße bedroht. Die Not macht sie und ihre Familien auch auf der Flucht nach Europa häufig zu Opfern von Kriminellen. „Weiterreise nur gegen Sex" – so titelte der Stern im letzten Jahr. Erschreckenderweise handelt es sich dabei nicht nur um eine Befürchtung, sondern höchstwahrscheinlich um eine Tatsache. Und auch nach ihrer Ankunft in Deutschland sind diese Kinder weiterhin der Gefahr von Missbrauch ausgesetzt: Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge sind durch wenig Privatsphäre und fehlende Maßnahmen zum Kinderschutz gekennzeichnet. Bei unserer Fachtagung 2015 zum Thema „Hilfe und Zukunft für jugendliche Flüchtlinge" haben wir gemeinsam mit anderen Experten über konkrete Schutzmaßnahmen für Kinder in diesen Einrichtungen gesprochen. Geschlechtergetrennte Waschräume, abschließbare Toiletten oder separate Unterbringungen von alleinstehenden Müttern mit ihren Kindern. Leider haben bisherige Empfehlungen dieser Art die Bundesregierung nicht zum Handeln motivieren können.

Letzter Stand Januar 2016:
Ein mögliches Schutzkonzept für Mütter und ihre Kinder wurde von der Bundesregierung gekippt.

Über eines unser langjährigen Projekte, das mit Flüchtlingskindern arbeitet, können Sie hier mehr erfahren:

So machen Sie einen Unterschied