Childhood International: „Good Parent – Good Start“ in Polen - für einen guten Start ins Leben

ncf (2)Nicht jedes Baby wird in der Welt willkommen geheißen. Nicht alle Eltern sind über die Geburt ihres Kindes überglücklich. Viele sind schlichtweg überfordert. Eine der Zielgruppen, die im Fokus von Childhood stehen, umfasst gefährdete Familien. Die Stiftung unterstützt weltweit Projekte, die sich in betroffenen Familien um das Wohl der Kleinkinder im Elternhaus kümmern, um Missbrauch, Misshandlung und Vernachlässigung zu verhindern. Ziel ist es, Mütter und Väter zu unterstützen und sie in ihrer Elternrolle zu stärken, damit die Kinder möglichst im eigenen Zuhause groß werden können. 

 

Ein solches Projekt ist  GOOD PARENT – GOOD START von der polnischen Organisation „Nobody’s Children". 2008 startete es als Pilotprojekt in einem Bezirk von Warschau. Mittlerweile ist es in der gesamten Hauptstadt erfolgreich und soll – so die Vorstellung der Organisation – in ganz Polen umgesetzt werden. „Wir haben in unserem Land keine Einrichtung, die sich umfassend um den Kinderschutz kümmert. Die Verantwortung dafür wird zwischen verschiedenen Behörden aufgeteilt, die nicht wirklich zusammenarbeiten", beklagt Renata Szredzinska, die GOOD PARENT – GOOD START koordiniert.

 

Deshalb hat das Projekt ein hehres Ziel: Eltern und Professionelle, die mit Familien mit Kleinkindern zu tun haben, sollen so sensibilisiert werden, damit vor allem die Zahl der Missbrauchsfälle von Kindern unter drei Jahren reduziert wird. Dazu müssen die Mitarbeiter von Arztpraxen und Krankenhäusern, Sozialbehörden, Polizei und Schulen übergreifend zusammenarbeiten,  um rechtzeitig zu erkennen, wann ein Kind in einer Familie gefährdet ist.

 

Ein Beispiel für die erfolgreiche Projektarbeit: Agata (42) kam vor zwei Jahren durch ihre Hebamme zu GOOD PARENT – GOOD START. Die alleinerziehende Mutter eines Sohnes (3 Monate alt) war depressiv, entmutigt, einsam. Auf die Hilfe von Familie und Freunden konnte sie nicht bauen, der Kindsvater hatte sie während der Schwangerschaft verlassen. Auf ein Baby war die berufstätige Agata damals nicht vorbereitet. Es passte nicht in ihren Lebensplan. Eigentlich wollte Agata ihren Sohn weggeben. Zweimal war sie kurz davor. Ihre Hebamme in Warschau ermutigte sie schließlich, sich an GOOD PARENT – GOOD START zu wenden. Hier bekam sie psychologische Hilfe, wurde therapeutisch betreut. Hier wurden ihr Perspektiven aufgezeigt. Agata schaffte es. Sie sah eine Zukunft für sich und ihr Kind. Vor allem aber war sie fähig, eine Bindung zu ihrem Sohn herzustellen. Heute kann Agata eigenständig  und liebevoll das Leben ihrer kleinen Familie managen.

 

Projekte wie GOOD PARENT – GOOD START haben oftmals großes Potential aber wenig Unterstützung. Hier hilft Childhood. Die Stiftung leistet Starthilfe und Anschubfinanzierung, bis die Projekte in der Lage sind, sich anderweitig Fördermittel zu sichern.

 

 

Weitere Infos unter http://fdn.pl/en

 

Text (deutsche Bearbeitung): Christina Mänz

Foto: Maja Cronstedt

 

So machen Sie einen Unterschied