''Precious - das Leben ist kostbar'' - die World Childhood Foundation unterstützt junge Mütter jeden Tag

Der Oscar nominierte Kinofilm "Precious – das Leben ist kostbar" greift Themen auf, mit denen Mädchen weltweit jeden Tag konfrontiert werden. Körperliche, seelische und sexuelle Gewalt kennt dabei keine Grenzen und so unterstützt die World Childhood Foundation auf vier Kontinenten mit verschiedensten Programmen heranwachsende Mädchen dabei, ihr Leben und das Leben ihrer Kinder zu verbessern. Junge Frauen wie Taquiya in New York, Alexandra in St. Petersburg, Nicky in Berlin, Khanyisa in Kapstadt und Malin in Stockholm.


Das Ziel der World Childhood Foundation ist es, die Rechte der Kinder zu verteidigen und weltweit bessere Lebensbedingungen für gefährdete, hilfsbedürftige und ausgebeutete Kinder zu fördern. Allen Kindern soll ermöglicht werden, sich zu starken, selbst- und verantwortungsbewussten Menschen zu entwickeln. Childhood hat hierfür vier Stiftungen gegründet: in Schweden, Deutschland, Brasilien und den Vereinigten Staaten. Zusätzlich zu diesen Ländern werden Projekte unterstützt in: Weißrussland, Estland, China, Kambodscha, Litauen, Lettland, Moldavien, Polen, Russland, Südafrika, Thailand und der Ukraine.


Der Film "Precious – Das Leben ist kostbar" erzählt von der 16-jährigen Claireece "Precious" Jones (Gabourey Sidibe). Sie lebt in Harlem, New York City, mit ihrer arbeitslosen Mutter Mary (Oscar – Preisträgerin Mo`Nique) und ist auf Sozialhilfe angewiesen. "Precious" wird von ihrer Familie seelisch, körperlich und sexuell missbraucht. Nachdem sie zum zweiten mal durch ihren Vater geschwängert wurde, wird "Precious" auf eine alternative Schule verwiesen, wo sie endlich die Hilfe erhält, die sie benötigt. Die neue Lehrerin bringt ihr Lesen und Schreiben bei und stärkt gleichzeitig das Selbstbewusstsein der jungen Frau. Das gibt " Precious" die Kraft, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und zum Positiven zu wenden.


Viele der von Childhood geförderten Frauen und Mädchen profitieren von Projekten, die sie – wie im Film geschildert – ausbilden, aufbauen und ihnen gleichzeitig eine sichere Bleibe bieten.


Inwood House, New York City


Inwood House_Taquiya and Vladimir_smallChildhood unterstützt das Inwood House in New York City. Die Anlage bietet 30 schwangeren Teenagern ein Zuhause und Hilfestellung im täglichen Leben. Bildung steht im Mittelpunkt der Arbeit von Inwood House und die Ergebnisse sind deutlich: 92 Prozent der jungen Mütter schaffen einen Highschool-Abschluss.


Eines dieser Mädchen ist Taquiya. Ihre Welt brach zusammen, als sie mit 19 Jahren schwanger wurde. Der Kindsvater  verließ die junge Mutter, sie verlor ihren Job, konnte sich ihre Wohnung nicht länger leisten.  Zu  ihren Eltern konnte die Halbwaise nicht, denn der Vater hatte  inzwischen fünf  Kinder von verschiedenen Frauen, lebte schon wieder in Scheidung und hatte keinen Platz für Taquiya. Als die Miete fällig war, sah sie keinen anderen Ausweg, als ihr Kind zur Adoption freizugeben. Dies war der Moment, als ihr Schulberater ihr von Inwood House erzählte. Taquiya ergriff die Chance, zog in Inwood House ein. Sie setzte die Schulausbildung fort, wurde auf die Geburt vorbereitet, lernte mit Geld umzugehen und nahm dankbar die Unterstützung der Experten an. Ihr Sohn Vladimir wurde am gleichen Tag geboren, an dem sie ihren Hochschulabschluß bestand. Der fröhliche kleine Junge ist Taquiyas ganzes Glück:

"Ich liebe es Mutter zu sein. Ich fühle mich nicht wie eine alleinerziehende Mutter, weil ich das Inwood House habe. Sie haben mir hier beigebracht eine gute Mutter zu sein. Jeden Tag, den ich aufwache und Vladimir anschaue, denke ich, dass ich der glücklichste Mensch auf der Welt bin".

Taquiya und Vladimir sind lebende Beispiele für die erfolgreiche Arbeit von Inwood House. Taquiya lernte dort, dass man keine Versagerin ist, nur weil man eine alleinerziehende  Mutter ist; man muß den Begriff Erfolg nur neu definieren. Heute hat Taquiya eine glänzende Perspektive für ihr Leben und sie hofft, eines Tages eine Rechtsanwältin zu sein.

Den Projektsteckbrief finden Sie hier Inwood House


Philani, Kapstadt, Südafrika


Childhood unterstützt das Philani – Projekt in Kapstadt, Südafrika. Philani war eine der ersten nichtstaatlichen Organisationen, die sich in den extrem armen Siedlungen am Stadtrand von Kapstadt etabliert hat. Philani arbeitet daran, die Gesundheitssituation von Neugeborenen zu verbessern und tritt gegen Unterernährung, Vernachlässigung und Missbrauch von in Armut betroffenen Familien an.


Philani_Outreach coordinator, Khanyisa_smallIn den vergangenen 30 Jahren ist Philani, von einem einzigen Zentrum ausgehend, weiter gewachsen. Heute bietet Philani ein Programm für Ernährungs – Beratung in fünf informellen Siedlungen, ein Entwicklungsprogramm für Handwerk (Weben, Siebdruck, Perlstickerei), acht Vorschulklassen, Programme für werdende Mütter und bettlägerige Erwachsene sowie ein Fürsorgezentrum für HIV / AIDS – Infizierte. Zusätzlich wird das ursprüngliche Philani - Projekt für häusliche Gesundheitsfürsorge für Kinder, Ernährung und Familienunterstützung immer weiter ausgebaut, um mit Hilfe der World Childhood Foundation neue Gebiete zu erschließen . Seit Juni 2008 finanziert Childhood auch Philanis neuestes Programm für Waisen und gefährdete Kinder. Philani arbeitet jetzt in einem ausgedehnten Gebiet außerhalb von Kapstadt, das sich von Nyanga im Westen bis zum östlichen Rand von Khayelitsha erstreckt und in dem mehr als eine Million Menschen das Angebot nutzen können.

Khanyisa ist Senior Assistant Coordinator bei Philani. Sie erzählt eine Geschichte von einer jungen Frau, die HIV-positiv war und eine einjährige, untergewichtige Tochter hatte. Glücklicherweise war das Kind nicht infiziert. Die zwei lebten in einer undichten, eiskalten Hütte. Es war eng und dunkel, da es keine Fenster gab und die Mutter versuchte mit Brettern den Eingang zu schliessen. Alles im Innern der Hütte war triefend naß. Es gab nicht einmal einen Platz in der Hütte, um das Kind zu wiegen; wegen der Enge musste Khanyisa von außen mit der Mutter sprechen. Mit Unterstützung des CHOSA – Bau-Fonds konnte nun eine neue, befestigte Hütte gebaut werden, die trocken ist, Fenster und Türen hat und abschließbar ist. Außerdem überwies Khanyisa die junge Mutter in eine Klinik, die ihr helfen sollte, ihr Kind ausreichend zu füttern. Bei der letzten Untersuchung des nun zweieinhalbjährigen Kindes war dieses nicht länger unterernährt.

Den Projektsteckbrief finden Sie hier Philani


Mutter-Kind-Haus Jörg Sommerlath, Berlin, Deutschland


Childhood unterstützt das Mutter-Kind-Haus (MKH) Jörg Sommerlath in Berlin, Deutschland. Es bietet ein Trainingsprogramm für junge Mütter und schwangere Mädchen an. Die meisten Bewohnerinnen desMutter-Kind-Hauses, haben wenig Kenntnisse von grundlegenden alltagspraktischen Fähigkeiten wie z.B. gesunde Ernährung, Kochen und Haushaltsführung. Auch haben sie keine formale Schul-. oder Berufsausbildung. Der Erwerb dieser Fähigkeiten stärkt die Entwicklung von Selbstdisziplin unter den Mädchen, um Aufgaben des täglichen Lebens meistern zu können.

Nicky ist eines der Mädchen, die Hilfe im MKH erfahren haben. Bis zu ihrem 13. Geburtstag lebte sie bei ihrer Mutter. Als sie im Alter von 8 Jahren an Meningitis erkrankte, führte dies zu einer geistigen Behinderung bei ihr und Nicky musste fast alles neu erlernen. Aber ihre Mutter war nach einigen Jahren der Situation nicht mehr gewachsen und brachte Nicky in ein Heim für geistig behinderte Kinder. Als Nicky im Alter von 20 Jahren schwanger wurde und nicht länger im Heim bleiben konnte, fand sie Aufnahme im MKH. Dreieinhalb Jahre leben sie und ihr Sohn Max im MKH. In den ersten zwei Jahren wurde Nicky  24 Stunden am Tag betreut :" Ich habe gelernt, meinen Max ganz alleine zu versorgen." Und sie erlernte ebenfalls, ihr eigenes Leben körperlich und mental zu gestalten. Heute lebt Nicky in ihrer eigenen Wohnung und arbeitet stundenweise in einem Programm für behinderte Menschen. Durch frühere Ausflüge, die von Childhood organisiert wurden, inspiriert, plant Nicky nun einen 2 wöchigen Sommerurlaub mit Max auf einem Bauernhof.

Den Projektsteckbrief finden Sie hier Mutter-Kind-Haus Jörg Sommerlath


MAMA+, St. Petersburg, Russland


Childhood unterstützt MAMA+ in St. Petersburg, Russland. MAMA+ ist eine offene Anstalt für HIV-positive Frauen, bei denen die Gefahr besteht, dass sie ihre Kinder verlassen. Eines der Mädchen, denen geholfen wird, ist Alexandra. Sie hatte zwar von MAMA+ gehört, hatte aber nicht die Absicht, von dem Programm Gebrauch zu machen . Als das Kalininsky-Amt für Frauen in schwierigen Lebenslagen Alexandra besuchte, erfuhr das Projektteam, dass Alexandra im 8. Monat schwanger war und in einer Wohngemeinschaft mit ihrem alkoholabhängigen Partner lebte. Alexandra erzählte den MAMA+ Mitarbeitern, dass sie seit 2000 HIV-positiv sei, aber Angst hatte, die Diagnose ihrem Partner mitzuteilen. Als Folge hatte sie nicht alle für ihren Gesundheitsstatus erforderlichen Tests durchlaufen, sich nicht im AIDS-Center registriert und auch nur selten die Schwangerenberatungsstelle besucht. Sie offenbarte den Helfern von MAMA+, dass sie sich hilflos und überwältigt von Stress und Hoffnungslosigkeit fühle. Alexandra wurde daraufhin sofort unter die Aufsicht der amtlichen Psychologen und Sozialarbeiter gestellt.

MAMA +Family_not the one in the text!_smallSie erhielt individuelle psychologische Beratung und arbeitete daran, ihr Selbstbewusstsein wieder aufzubauen. Nachdem der Stress nachgelassen hatte, traf die junge Frau die Entscheidung, ihr Kind zu behalten und ihrem Partner von ihrer HIV-Infizierung zu erzählen. Während das MAMA+-Team gleichzeitig an der Verbesserung der körperlichen und seelischen Gesundheit von Alexandra arbeitete, unterstützten die Mitarbeiter sie auch dabei, ihre Pflegefähigkeiten zu stärken. Mit der Hilfe von MAMA+ nahm ihr Lebensgefährte mit Erfolg an einem Rehabilitationsprogramm teil. Das Paar akzeptierte sein Kind und ist nun formal verheiratet. Alexandra führt die vom Kalininsky-Amt angebotene Berufsausbildung fort. Ihr Ehemann hat eine Vollzeitbeschäftigung gefunden und übernimmt eine aktive Rolle bei der Erziehung seines Kindes. Die Unterstützung durch das MAMA+ - Projekt hat die Lebensqualität von Alexandra und ihrer Familie entscheidend verbessert und ihrer Familie eine bessere Aussicht für die Zukunft gegeben.

Den Projektsteckbrief finden Sie hier MAMA+


"Gute Eltern – Guter Start" in Warschau, Polen


Childhood unterstützt auch das Projekt "Gute Eltern – Guter Start" in Warschau, Polen. Die neue Elternrolle anzunehmen ist nicht immer einfach und es ist noch schwieriger , wenn man in sozial schwierigen Verhältnissen lebt. Armut, Drogenmissbrauch, Arbeitslosigkeit und andere soziale Probleme treffen Familien mit kleinen Kindern besonders hart. Bisher war es in solchen Fällen in Polen schwierig Hilfe zu finden, aber jetzt, mit der finanziellen Unterstützung der World Childhood Foundation, gibt ein neues Projekt Anlass zu Hoffnung. Die Organisation " Niemandes Kinder " nimmt sich seit 17 Jahre ausgebeuteter Kinder und junger Menschen an und hat jetzt mit finanzieller Unterstützung von World Childhood in Warschau das Projekt " Gute Eltern – Guter Start " ins Leben gerufen. Das Ziel ist es, Missbrauch und Misshandlung von kleinen Kindern dadurch zu verhindern, dass Eltern kleiner Kinder unterstützt werden. Indem Beratungsstellen, Sozialfürsorge, Krankenhäuser und staatliche Institutionen enger zusammenarbeiten, werden bedürftige und gefährdete Familien leichter erkannt und können so gezielt die Hilfe erhalten, die sie benötigen. Agnieszka Izdebska, eine Psychologin bei "Niemandes Eltern" sagt:


"Eltern, denen es nicht gut geht, ziehen Kinder oft so auf, dass diese zu Problemfällen werden. Wenn man die Probleme jedoch frühzeitig erkennt und in jungen Jahren eingreift, dann gibt es eine Chance, aus diesem Kreislauf auszubrechen."


Bereits ein Jahr nach Beginn des Projekts haben fast 1000 Eltern an verschiedenen Seminaren für Eltern teilgenommen. Sie haben Ratschläge von speziell ausgebildeten Ärzten, Krankenschwestern, Psychologen, Sozialarbeitern, Hebammen, Erziehern und Polizisten erhalten. Krankenschwester Marzenna Romanska arbeitet in einer der Beratungsstellen und berichtet:


"Wir beschäftigen uns mit ungefähr 40 Prozent aller Kinder bis zu drei Jahren in unserer Umgebung und wir arbeiten mit den Sozialarbeitern zusammen, wenn wir glauben, dass eine Familie Hilfe benötigt. Dank des Projekts " Gute Eltern – Guter Start ", kennen sich Pfleger, Psychologen und Sozialarbeiter und sie wissen, an wen sie sich wenden können, wenn sie Unterstützung für eine Familie benötigen."


Das Projekt wird weiter ausgebaut und ist nun schon in mindestens drei weiteren Städten in Polen verfügbar.


Den Projektsteckbrief finden Sie hier Gute Eltern - Guter Start


"Kinder von alleinerziehenden Müttern", Stockholm, Schweden


Childhood unterstützt auch das Projekt "Kinder alleinerziehender Mütter" in Fryshuset in Stockholm, Schweden. Diese Einrichtung startete 2007 mit finanzieller Unterstützung von Childhood, mit dem Ziel, Müttern dabei zu helfen, die Energie aufzubringen, eine gute Mutter zu sein, indem zu geringen Kosten Aktivitäten angeboten werden, an die sich Kinder gern erinnern werden. Viele Alleinerziehende müssen mit einem sehr geringen Budget auskommen. Wenn aber das  Geld kaum ausreicht um das Nötigste zu bezahlen, dann ist es schwer, auch noch für die Kinder etwas zu erübrigen, was ihnen Spaß machen würde. Eine der Mütter, die von dem Projekt profitiert, ist Malin, eine allein erziehende Mutter zweier Kinder. Sie teilt sich das Sorgerecht mit dem Vater der Kinder, der jedoch weit weg lebt und seinen Nachwuchs nur ein paar mal im Jahr sieht. Malin hörte von dem Projekt, als ihr Ex-Mann in eine andere Gegend des Landes zog und  sie ihren Job aufgeben mußte, um sich um die Kinder zu kümmern. Mit zwei  Kindern von drei und fünf Jahren war es einfach unmöglich, von morgens um 08:00 bis abends um 17:00 zu arbeiten. Malin war länger als ein Jahr arbeitslos,ihre Eltern unterstützten sie finanziell. Das Projekt war für sie und ihre zwei Kleinen eine große Hilfe.


Children of single mothers_Fatima Åsard_smallFatima Asard arbeitet für "Kinder alleinerziehender Mütter" und sie erzählt, dass viele der Nutznießerinnen des Projekts, mit denen sie gesprochen hat, auf schwierige Zeiten zurückblicken. Einige wurden Opfer häuslicher und sexueller Gewalt und andere haben schwierige Auseinandersetzungen um Sorgerecht und Unterhalt hinter sich.


"Es ist wichtig, so etwas zu wissen," sagt die Expertin, "denn unser Personal ist dementsprechend ausgebildet Wir achten auch besonders auf Kinder, die sehr schweigsam sind. Beim Turnen oder mit Aktivitäten wie beispielsweise Gesichtsbemalung können wir ihr Vertrauen gewinnen und sie zum Sprechen bewegen."


Den Projektsteckbrief finden Sie hier Fryshuset Single mothers


Anmerkung: Einige der Namen in den vorstehenden Artikeln wurden geändert, um die Identität der Menschen in diesen Artikeln zu schützen


Redaktion: Maria Karlsson

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