Dokumentation vom Fachtag 2008 erschienen

Dokumentation "Umgang mit von sexuellem Missbrauch betroffenen Mädchen und Jungen - Entwicklung, Etablierung, Qualität und Zusammenarbeit der Hilfesysteme" erschienen.

 

Die vorliegende Broschüre ist die letzte Veröffentlichung einer vierteiligen Veranstaltungsreihe zum Themenkomplex sexuelle Gewalt, die die Landeskommission Berlin gegen Gewalt im Jahre 2005 initiiert und in enger Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen und der Berliner Fachrunde gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen unter der Schirmherrschaft der World Childhood Foundation durchgeführt hat. Sie dokumentiert den von Prof. Dr. Jörg M. Fegert gehaltenen Vortrag „Umgang mit von sexuellem Missbrauch betroffenen Mädchen und Jungen – Entwicklung, Etablierung, Qualität und Zusammenarbeit der Hilfesysteme".

Ziel der Tagungen war es, das Thema „Sexuelle Gewalt" wieder stärker in die (fachöffentliche) Diskussion zu bringen und neue Handlungsstrategien für Berlin zu entwickeln, um sexueller Gewalt noch besser begegnen zu können, als dies bisher der Fall ist. Als Defizite, aus denen sich zahlreiche Anknüpfungspunkte für eine veränderte Präventions- und Interventionspraxis in Berlin ergeben haben, wurden hauptsächlich benannt, dass das als multiples Gewalterleben beschriebene gleichzeitige Auftreten verschiedener Gewaltformen häufig nicht angemessen thematisiert werden kann, dass die Situation junger Frauen, behinderter Frauen, Frauen mit Migrationshintergrund bislang nicht ausreichend berücksichtigt wird, dass der Zusammenhang von früher Vernachlässigung und späterem Missbrauch nicht hinreichend bekannt ist, dass die Informationen über die Angebote des Hilfesystems der jeweiligen Zielgruppe entsprechend (z.B. Migrantinnen, Jungen) häufig nicht angemessen sind, dass Hilfe und Beratung zwar in spezialisierten Einrichtungen angeboten, das Beratungssystem aber als „zersplittert" wahrgenommen wird und immer nur in Teilen bekannt ist, dass in der Regel verschiedene Anlaufstellen den Hilfeprozess nicht adäquat koordinieren, dass der Frage spezialisierte und/oder Regelangebote eine aufsuchende Arbeit in den Einrichtungen gegenübergestellt werden könnte, dass verschiedene Berufsgruppen zwar über das Gleiche, aber in einer anderen Sprache reden, dass das Denken in Ressorts interdisziplinäres Handeln erschwert.

Der Vorsitzende der Landeskommission Berlin gegen Gewalt, Staatssekretär Thomas Härtel, erklärt dazu:

„Als Ergebnis hervorzuheben ist der von verschiedenen Senatsverwaltungen erklärte politische Wille, das Thema stärker als bisher in das Zentrum der jeweiligen Aufgabenbereiche zu rücken und mit den zur Verfügung stehenden Mitteln und Möglichkeiten zu fördern. Entscheidend für die zukünftige Gestaltung der Arbeit zum Thema Sexuelle Gewalt ist die Verknüpfung des Schutzes von Kindern und Erwachsenen vor sexueller Gewalt innerhalb und außerhalb von Familie und Paarbeziehungen. Bisherige Aktivitäten in den Bereichen sexuelle Gewalt und häusliche Gewalt sowie im Kinderschutz müssen intensiver miteinander vernetzt werden."

Die Dokumentation „Umgang mit von sexuellem Missbrauch betroffenen Mädchen und Jungen – Entwicklung, Etablierung, Qualität und Zusammenarbeit der Hilfesysteme" kann in der Geschäftsstelle der Landeskommission

 

Landeskommission Berlin gegen Gewalt
Klosterstraße 47
10179 Berlin

Manuela Bohlemann
Tel.:
(030) 9027 2913
Fax:
(030) 9027 2921)

 

bestellt oder im Internet abgerufen werden.

 

 

 

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