Kindesmissbrauch aufdecken – und Schutzmaßnahmen verbessern

Es ist die erste ihrer Art – und seit Ende Januar arbeitet sie unter Hochdruck an ihrer Aufgabe: Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch in allen institutionellen Einrichtungen und in der Familie aufzudecken.

Die „Aufarbeitungskommission Kindesmissbrauch", initiiert durch den Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs Herrn Röhrig, wird in den kommenden Jahren verschiedene Untersuchungen zum Thema Kindesmissbrauch durchführen - mit dem Ziel Kindesmissbrauch in der Bundesrepublik Deutschland und der damaligen DDR aufzudecken. Die Experten der Kommission werden dafür sowohl mit Betroffenen sprechen, als auch Zeitzeugengespräche, öffentliche Hearings und die Sichtung von Archivdokumenten durchführen.

Eine wesentliche Aufgabe der Kommission ist es, die Strukturen, die Kindesmissbrauch ermöglichen oder absichtlich verschleiern, aufzudecken und näher zu betrachten. Das Ziel der Kommission ist es, Betroffenen das Sprechen über die Taten zu erleichtern – auch jenseits der Therapieräume und Gerichtssäle. Außerdem soll durch das Aufdecken von Strukturen, die institutionellen Kindesmissbrauch begünstigt haben, die Dimension von sexuellem Missbrauch an Kindern in Deutschland aufgezeigt und verdeutlicht werden. Eine daraus resultierende breite öffentliche Debatte zum Thema Kinderrechte würde dabei helfen, neue Schritte zum besseren Schutz vor Kindesmissbrauch umzusetzen.

Die Kommission wird die Öffentlichkeit regelmäßig über ihre Ergebnisse in Kenntnis setzen. Die Arbeit der Kommission ist derzeit bis einschließlich März 2019 vorgesehen.

Vorsitz und Mitglieder der Kommission

Prof. Dr. Sabine Andresen, Erziehungswissenschaftlerin , Vorsitzende der Kommission
Dr. Christine Bergmann, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend a. D.
Prof. Dr. Jens Brachmann, Bildungshistoriker
Prof. Dr. Peer Bricken, Psychiater und Psychotherapeut
Prof. Dr. Barbara Kavemann, Sozialwissenschaftlerin
Prof. Dr. Heiner Keupp, Sozialpsychologe
Brigitte Tilmann, Präsidentin des Oberlandgerichts Frankfurt/M. a. D

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