„Ohne Childhood gäbe es unsere Einrichtung vielleicht gar nicht“

Die World Childhood Foundation leistete 2007 Anschubfinanzierung bei Dyade, dem einzigen Krisen-Wohnprojekt für psychisch kranke Mütter und ihre Kinder in Berlin. Nach vier Jahren läuft die finanzielle Förderung von CHILDHOOD für dieses Projekt jetzt aus. Die Basisfinanzierung wird von Jugend- und Sozialamt getragen.  Eine positive Bilanz:   
 

 

EingangDyadeBerlin

Der Eingang zum WohnprojektDyade für psychisch kranke Mütter in Berlin-Prenzlauer Berg

Berlin, Prenzlauer Berg.

Es ist ein trüber Frühjahrstag. Hinterhof-Tristesse in der Schönhauser Allee. Doch hinter der Holztür eines ehemaligen Fabrikgebäudes mit der Nummer 161 führt für einige junge Mütter und ihre Kinder der Weg zum persönlichen  Glück.  Gelbgetünchte Wände, rote Teppichläufer, im Treppenhaus stehen Kinderwagen. Es riecht nach Selbstgekochtem und nach heiler, warmer Welt.

 

Dyade heißt das Wohnprojekt der Organisation Prenzlkomm. Hier finden psychisch hoch belastete oder psychisch kranke Mütter gemeinsam mit ihren Kinder Hilfe und vorübergehend eine Heimat. „Es handelt sich um traumatisierte oder persönlichkeitsgestörte Frauen. Viele von ihnen sind sozial schlecht integriert, allein mit ihrem Kind", sagt die Projektleiterin, Psychologin Agnes Metzger. „Wenn nichts mehr geht, helfen wir."

 

Dyade (aus dem Griechischen) bedeutet „Beziehung zweier Menschen"; hier zwischen Mutter und Kind. „Eine resignierte, verzweifelte, verängstigte Mutter hat keine Reserven für ihr Kind. Das kann sich unter diesen Umständen nicht optimal entwickeln", weiß Agnes Metzger. „Deshalb ist es so wichtig, Mutter und Kind gemeinsam zu betreuen, präventiv zu wirken." Schockierende Fälle von Kindesvernachlässigung, über die die Medien in den vergangenen Jahren immer wieder berichteten, bestätigen ihren Ansatz. „Zum Glück ist die Gesellschaft inzwischen sensibler geworden", so Metzger. „Heute wird mehr hingeschaut."

 

Vier Wohnungen gibt es mittlerweile in dem renovierten Altbau, Platz für neun Familien. In akuten Krisen bleiben sie bis zu drei Monaten, längstens bis zu eineinhalb Jahren. Sie werden betreut von einem zwölfköpfigen Team. Agnes Metzger. „Wir vermitteln in der Gemeinschaft eine positive Atmosphäre,  Sicherheit und Wohlbefinden. Wir arbeiten an der Stabilität der Frauen und an Bewältigungsstrategien für den Alltag, an der Mutter-Kind-Beziehung".

 

Childhood unterstütze das Projekt Dyade seit der Aufbauphase im Jahr 2007.  Ylva Queisser, Projektmanagerin von Childhood, weiß: „Gerade die Startfinanzierung ist für solch wichtige Hilfsangebote dringend nötig. Erst wenn Ämter sich von der erfolgreichen Arbeit überzeugt haben, kommt von dieser Seite Unterstützung."  Dyade konnte bisher  47 Familien helfen. Doch der Bedarf ist weitaus größer. „Wir erhalten jährlich 100 Anfragen", sagt Agnes Metzger. Ihr größter  Wunsch: „Es wäre gut, wenn die Projektfinanzierung – ähnlich wie bei Frauenhäusern – rein aus öffentlichen Geldern gesichert wäre." Derzeit ist Dyade – neben staatlichen Finanzmitteln -  auch weiterhin auf Spenden angewiesen. „Doch weil Childhood uns unterstützt hat, ist es jetzt für uns auch einfacher, neue Sponsoren zu gewinnen", sagt Agnes Metzger dankbar: „Ohne Childhood gäbe es unsere Einrichtung vielleicht heute gar nicht."

 

(Christina Mänz)

 

Mehr Informationen unter www.prenzlkomm.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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