Übergriffe im Internet: Hier finden Jugendliche seit Oktober Hilfe

Kinder und Jugendliche haben Spaß am Internet. Sie haben Schutz verdient, wenn der Spaß aufhört. Das schrieb sich der Verein „N.I.N.A." auf die Fahne und startete im vergangenen Oktober  mit Unterstützung von Childhood das Online-Beratungsangebot www.save-me-online.de. Ein Zwischenbericht.

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Tatort Internet: Sexuelle Übergriffe, Belästigung, Anmache von Kindern und Jugendlichen – im vergangenen Herbst sorgte das Thema für großes Aufsehen in den Medien.  Die Verbreitung der Thematik trug auch dazu bei, dass Kinder und Jugendliche die eigene Situation als problematisch erkannten und sich hilfesuchend bei dem damals neuen, so wichtigen Projekt SAVE-ME-ONLINE meldeten. Die Einrichtung, die von Childhood finanzielle Starthilfe erhielt, zog jetzt eine Zwischenbilanz:

 

In den ersten vier Monaten gingen 522 Anfragen von Jugendlichen – meist von Mädchen - und 429 Anfragen von besorgten Angehörigen bei der Chat- und Onlineberatungsstelle ein, in der ein geschultes Team den Betroffenen in akuten Fällen zur Verfügung steht. 68 Prozent der Hilfesuchenden meldeten sich, weil sie sexuell angemacht worden waren. Fast immer, so die Organisation, wurden eindeutige sexuelle Angebote gemacht und nach Fotos gefragt. Weiter heißt es in dem Bericht, dass es erschreckend häufig darum ging, Treffen in die reale Welt zu verlegen. 36 Prozent wurden zu sexuellen Handlungen vor der Kamera aufgefordert oder sollten sich sexuelle Handlungen ansehen. 27 Prozent berichteten von sexueller Gewalt in der realen Welt, wobei die Kontakte im Internet angebahnt wurden.

 

Doch mit nachlassender Medienberichterstattung gingen auch die Anfragen zurück. SAVE-ME-ONLINE will deshalb weiter daran arbeiten, dass der Kampf gegen Missbrauch in den neuen Medien öffentlich präsent bleibt. Das Projekt will außerdem den Kontakt mit Internet-Providern fortsetzen, was sich bisher laut eigenen Aussagen eher schwierig gestaltet hat. Auf diesem Gebiet muss SAVE-ME-ONLINE noch Überzeugungsarbeit leisten, dass es nicht schadet, offensiv mit der Problematik umzugehen.  Denn letztlich sollte allen am Herzen liegen, was „N.I.N.A."-Geschäftsführerin Silke Noack so formuliert: „Wir wollen Mädchen und Jungen helfen, Risiken zu erkennen und sich zu schützen. Mit diesem Wissen können sie die spannenden Seiten des Internets genießen."

 

 

Text: Christina Mänz

Foto: SAVE-ME-ONLINE

Mitarbeiterin Dipl. Sozialpädagogin Eva Quiering bei der Beratung

 

Mehr Informationen unter www.save-me-online.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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